Kurdische Musik

Kurdische Musik ist die von Kurden als eigene kulturelle Tradition verstandene Musik, zu der verschiedenartige musikalische Formen in den als Kurdistan bezeichneten Hauptsiedlungsgebieten und in der Diaspora gehören. Die säkulare Musik besteht aus epischen Gesängen, Tanzliedern, Liedern für bestimmte zeremonielle Anlässe (Hochzeiten) und aus Arbeitsliedern. Hinzu kommt eine religiöse Musik, die nach der Religionszugehörigkeit in Sufi-Musik, Musik islamischer Sekten wie der Ahl-e Haqq und Musik der Jesiden eingeteilt wird.

In der epischen Gesangstradition werden Geschichtenerzähler (Çîrokbêj), Sänger (Stranbêj) und Barden (Dengbêj) unterschieden. Die häufigste Liedform hat zwei Strophen mit zehnsilbigen Versen. Charakteristisch für kurdische Musik sind einfache Melodien mit einem Umfang von nur drei oder vier Tönen, strophische Lieder mit derselben Dichtung und Musik am Ende jeder Strophe.

Die meisten kurdischen Lieder sind Liebeslieder. Auch Tanzmusik (Govend), Hochzeits-, Feier- und Arbeitslieder sind sehr beliebt.

Zu den Musikinstrumenten gehören die Langhalslauten Saz, Tembûr und Buzuq, die Schalenspießgeige Kemençe, die Flöte Bilûr, das zylindrische Doppelrohrblattinstrument Dûdûk, die Zylindertrommel Dehol und die Kegeloboe Zurna. In der jesidischen, kakaischen (Ahli-Haq) und alevitischen Religion wird bei Zeremonien die Langhalslaute Tembûr für religiöse Lieder benutzt. Für Jesiden hat außerdem die Längsflöte Schebab eine religiöse Bedeutung.

In der modernen Popmusik spielen elektronische Instrumente, Verstärker und Keyboard eine Rolle, besonders bei Hochzeiten und anderen Feierlichkeiten.


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